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Fernsehtode

Die ARD hat einen Heidenlärm um das Projekt ”Dreileben” veranstaltet. Witzigerweise ging’s in den schaurig missratenen Filmen des gestern ruhmlos vergangenen Fernsehabends um meine Geburtsstadt Suhl. Ich war erschüttert. Suhl lieferte mir (freilich nicht allein) den Stoff für DREI Romane, DREI LEBEN – oder viel mehr, wenn einer die Schicksale von Menschen ernst nimmt, was bedeutet, das Komische, Seltsame, ungewöhnliche darinnen zu entdecken. Aber das will (darf) Fernsehen nicht. Fernsehen entsteht, wenn formularausfüllungsmächtige und von der Senderbürokratie für förderungswürdig befundene Regisseure ihr persönliches Unvermögen zum Umgang mit Menschen im Allgemeinen und Schauspielern im Besonderen den Redakteuren öffentlich-rechtlicher Anstalten als Kunst verkaufen.
Nie mehr Fernsehen will einer nach so einem Abend. Wenn er demnächst in Thüringen auf drei und mehr oder weniger Leben trifft, wird er sie alle zum Verzicht auf Fernsehen ermutigen.